Der Weg ist frei. Das Ziel ist klar. Und trotzdem geht es nicht weiter.
Als würden die Füße plötzlich am Boden festkleben. Der Körper möchte losgehen, aber die Bewegung kommt nicht. Besonders häufig tritt dies an Türrahmen, in engen Räumen, beim Drehen oder unter Zeitdruck auf.
Freezing of Gait (FOG) gehört zu den herausforderndsten Symptomen bei Parkinson. Es schränkt die Mobilität ein, die Selbstständigkeit und erhöht das Sturzrisiko.
Die Hilfsmittellandschaft rund um Freezing entwickelt sich derzeit rasant. Neben bewährten Ansätzen wie Bodenmarkierungen, Metronomen oder Lasersystemen entstehen zunehmend intelligente Lösungen, die Betroffene in kritischen Situationen gezielt unterstützen.
Hier ein Überblick zu aktuellen und kommenden Ansätzen:
1. Visuelle Reize: Einen nächsten Schritt sichtbar machen
Das Gehirn erhält ein sichtbares Ziel, über das “hinweggestiegen” werden kann.
- Laser am Rollator
- Laser am Schuh
- Bodenmarkierungen
- Führungslinien zuhause
- Streifen auf dem Boden
2. Akustische Reize: Den Rhythmus wiederfinden
Externe Taktgeber können den Bewegungsablauf strukturieren.
- Metronom
- Rhythmische Musik
- Cueing-Apps
- Sprachansagen
3. Taktile Reize: Signale, die man spürt
Ein taktiles Signal kann Aufmerksamkeit und Bewegungsinitiierung unterstützen.
- Vibrationsarmbänder
- Vibrationsgürtel
- BeechBand
- Weitere Wearables
4. Intelligente Systeme: Wenn Technologie mitdenkt
Systeme sollen erkennen, wann sich ein Freezing anbahnt
- Sensorbasierte Einlegesohlen
- PreFOG
- KI-gestützte Wearables
- Systeme, die Freezing erkennen oder vorhersagen sollen
- Kombination von Sensorik und Cueing
5. Das wichtigste Hilfsmittel bleibt der Mensch
Bewegungsstrategien und gezielte selbst gesetzt Reize können helfen, Freezing zu unterbrechen oder zu vermeiden.
- LSVT BIG®
- PWR!Moves®
- Gewichtsverlagerung
- Inneres Zählen oder lautes Mitsprechen
- Bewusst große Schritte
- Strategien für Türrahmen und Drehungen
- Individuelle Analyse von Auslösern